Unter diesem Motto wurde auf dem heutigen Stammtisch des Weiterbildungsverbunds R-Learning Kollektiv unter der Federführung der GFBM Akademie das Thema Wasserstoff und Qualifikation diskutiert, die Moderation übernahm Frank Fickel vom Verbundpartner ITSmobility.

In einem Überblick stellte zunächst Herr Hüppe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Niedersachsen, die grundsätzlich Orientierung der Unternehmen dar. Aufgrund der Erfahrung mit den 96 angeschlossenen Verbänden erkläre er, dass bei den Unternehmen der klimaneutrale Umbau der Wirtschaft angekommen ist, die Ausrichtung auf bestimmte Energieträger jedoch nach Branche stark unterschiedlich ausfällt. Interesse in Bezug auf Wasserstoff besteht vor allem im Bereich der Grundstoffindustrie, da grüner Wasserstoff insbesondere in diesem Bereich die Umweltfreundlichkeit erheblich erhöhen kann. So plant die Salzgitter AG bereits ab 2025 den teilweisen Einsatz von Wasserstoff in der Stahlproduktion.

Herr Bobzien, Referent beim Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, merkte an, dass insbesondere im Bereich der PKW Mobilität aufgrund der immer besser werdenden Batterieleistungen nicht mit einem erhöhten Einsatz von Wasserstoff zu rechnen sei, Ausnahme bilden die Bereiche Bahn, Bus und LKW Verkehr.

Doch welche Auswirkungen hat das Thema Wasserstoff auf die Arbeitsplätze? Herr Fleckenstein, sowohl als Vertreter des Wasserstoffnetzwerks Niedersachsens als auch als Projektleiter und Vertreter der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben des DGB, erläuterte dabei die Bedeutung der Sozialpartnerschaft im Rahmen des Netzwerks, um rechtzeitig die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Fragen der Qualifikation und der Veränderung der Arbeitswelt mitzunehmen. Bei den größeren Unternehmen wird dieses Thema bereits breiter diskutiert, Schwierigkeiten bereiten jedoch die KMU, da zu diesen Unternehmen aufgrund fehlender Mitarbeitervertretungen meist kein direkter Kontakt besteht.

Auszugehen ist in Zukunft von einem Mix unterschiedlicher Energieträger, darüber waren sich die Diskussionsteilnehmer einig. Die Folge ist jedoch, dass sich auch der Markt in bestimmten Produktbereichen deutlich verkleinert, während in anderen Produktbereichen eine höhere Nachfrage besteht. Unternehmen werden deshalb in Zukunft auch ihre Produktion umbauen müssen, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben.Dies erfordert auch neue Qualifikationen der Mitarbeiter. Herr Fleckenstein wies zudem darauf hin, dass auch in der Stahlindustrie von einer deutliche Reduktion und Verschiebung der Arbeitsplätze, hin zu qualifiziertem Fachpersonal, auszugehen ist.

Welche Maßnahmen sind für eine rechtzeitige Qualifikation der Mitarbeiter erforderlich? Einen interessanten Ansatz lieferte hierzu Herr Stefan, zuständig für den Bereich Arbeits- und Beschäftigungsförderung bei der Agentur für Arbeit: Wichtig ist es vor allem bereits im Bereich der Entwicklung von neuen Produkten die erforderlichen Qualifikationen mitzudenken, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sollten deshalb auch in die Planung von Qualifikationsmaßnahmen einbezogen werden, um rechtzeitig und unter Gewährleistung der erforderlichen Sicherheitsstandards erforderliche Qualifikationsinhalte zu entwickeln. Die Weiterbildungsverbünde könnten dabei helfen diese Einrichtungen mit Berufsschulen, Berufsgenossenschaften, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen und den Unternehmen zusammenzubringen, um rechtzeitig die Curricula und die Qualifikation der Lehrkräfte an die veränderten Anforderungen des Arbeitsmarkts anzupassen.

In der abschließenden Zuschauerbefragung wurde hervorgehoben, dass das Thema in einer weiterführenden Diskussion in Bezug auf einzelne Berufsbilder vertieft werden soll, gleichzeitig sollten Ausbilder:innen und die Berufsgenossenschaften stärker in die Diskussion einbezogen werden. Wir freuen uns schon auf eine Fortführung des Stammtisches am 01.10.2021, seien auch Sie dabei.

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